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Behandlungen bei Männern

Anti-Schweiß-Behandlung

Was ist eine Anti-Schweiß-Behandlung?

Das Schwitzen stellt eine natürliche Körperfunktion dar, die uns vor Überhitzung schützt. Unser Körper erzeugt permanent Wärme – selbst im Ruhezustand. Bei Hitze, Fieber oder Aufregung steigt die Körpertemperatur jedoch weitaus schneller an und bedarf daher einer raschen Regulierung. Dies geschieht, indem unsere Schweißdrüsen eine Flüssigkeit absondern, die auf unserer Haut verdampft und somit für spürbare Abkühlung sorgt. Damit erfüllt das Schwitzen die Funktion einer körpereigenen „Klimaanlage“.

Manche Menschen kommen ziemlich oft und schnell ins Schwitzen, was sie selbst als extrem beschämend empfinden. In solchen Fällen handelt es sich um eine Hyperhidrose. Das übermäßige Schwitzen kann sich entweder auf bestimmte Körperregionen beschränken (fokale Hyperhidrose) oder den ganzen Körper betreffen (generalisierte Hyperhidrose).

Verursacht wird die hohe Schweißabsonderung durch eine Überaktivität des Sympathikusnervs. Als fester Bestandteil des Nervensystems steuert dieser die Funktion unserer Organe. Steht uns eine unangenehme Situation wie eine Prüfung bevor, versetzt der Sympathikus uns in eine hohe Leistungsbereitschaft. In dieser Zeit steigert er bestimmte Körperfunktionen und hemmt dafür andere Vorgänge. Liegt eine Störung dieses Regulierungsverhaltens vor, können bestimmte Aktivitäten auch ohne einen bestimmten Anlass ausgelöst werden. Hierzu gehört auch das übermäßige Schwitzen.

Neben Antitranspirantien und medikamentöser Behandlung der Hyperhidrose kommen heutzutage außerdem auch folgende Therapieformen zum Einsatz:

  • Iontophorese zur Behandlung des krankhaften Schwitzens an Händen und Füßen
    (Hyperhidrosis palmaris et pedis)
  • Eine Hyperhidrose-Behandlung mit Botulinumtoxin A (Botox)
  • Schweißdrüsenabsaugung bei vermehrtem Schwitzen in der Achselregion (axilläre Hyperhidrose)
  • endoskopische Sympathikusblockade (ESB)

Iontophorese (Schwachstromtherapie)

Dieses Verfahren basiert auf dem Prinzip des galvanischen Stroms. Hierbei werden die Hände oder Füße täglich für etwa 15 bis 30 Minuten in ein Wasserbad mit Strom in der Stärke von 15-20 mA getaucht. Die im Wasser gelösten Ionen durchdringen die Hautbarriere und beruhigen die überreizten Schweißdrüsen. Die Patienten verspüren in der Regel bloß ein leichtes Kribbeln.

Bei etwa 80% der Betroffenen geht die Schweißproduktion an den behandelten Körperstellen deutlich zurück. Wer allerdings eine signifikante Besserung seiner Symptome erzielen will, braucht viel Selbstdisziplin und ein gutes Zeitmanagement, da die Iontophorese von vielen Patienten als besonders zeitintensiv beurteilt wird. Darüber hinaus kann die Behandlung auch Hautirritationen, trockene Haut, Blasenbildung und Rötungen auslösen.

Hyperhidrose-Behandlung mit Botulinumtoxin (Botox)

Eine weitere Therapiemöglichkeit bietet das aus der kosmetischen Medizin bekannte Nervengift Botulinumtoxin, kurz Botox. Oberflächlich in die betroffenen Hautareale eingebracht, verteilt es sich in den dort sitzenden Schweißdrüsen und lähmt diese. Ob die Schweißproduktion nur gehemmt oder blockiert wird, hängt von der injizierten Menge ab. Die Wirkung hält etwa ein halbes Jahr an, danach sollte die Behandlung wiederholt werden. Erfahrungsgemäß kommt es im weiteren Therapieverlauf zu einer Verbesserung der Wirkungsdauer, weshalb immer weniger Folgesitzungen benötigt werden.

Schweißdrüsenabsaugung (Saugkürettage)

Bei einer Schweißdrüsenabsaugung macht der behandelnde Arzt winzige Schnitte in die Achsel, weicht das Gewebe durch eine Anästhesielösung auf und saugt hiernach bis zu 80% der Schweißdrüsen ab. Eine vollständige Entfernung ist nicht ratsam, da das Schwitzen den Körper vor Überhitzung schützt und somit eine lebenswichtige Funktion erfüllt.

Endoskopische Sympathikusblockade (ESB)

Bei diesem Verfahren wird der Sympathikusnerv operativ abgeklemmt oder durchtrennt. Beide Eingriffe erfolgen per Schlüssellochtechnik. Hierbei werden etwa 10 mm kleine Zugänge unterhalb oder in der Achsel gelegt, über die der behandelnde Arzt ein Endoskop (winzige Kamera) und weitere chirurgische Instrumente einführt. Anschließend bringt er eine ausreichende Menge an Kohlenstoffdioxid in den Brustkorb ein, um an die Rückwand der Brusthöhle zu gelangen und den Sympathikusnerv zu lokalisieren. Durch Hitzeeinwirkung wird der Nerv sodann freigelegt und mit einigen winzigen Titanklammern abgeklemmt, die seine Ruhigstellung bewirken. Der Eingriff nimmt gerade einmal 30 Minuten in Anspruch, das Ergebnis hält ein jedoch Leben lang.


Faktenübersicht:

  • Anästhesie: je nach Verfahren Vollnarkose oder Lokalanästhesie
  • Kosten: je nach Verfahren zwischen 300 und 1.800 Euro. (Die Kosten für die Iontophorese werden meist von den Krankenkassen übernommen.)
  • Dauer: je nach Verfahren zwischen 15 Minuten und 1 Stunde
  • Erholungszeit: je nach Verfahren 0-7 Tage
  • Ergebnis: je nach Eingriff temporär bis dauerhaft
  • Durchführung: ambulant (Iontophorese eignet sich sogar für die Heimanwendung)
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Anti-Schweiß-Behandlung

Für wen ist eine Anti-Schweiß-Behandlung geeignet?

Die Anti-Schweiß-Behandlung ist eine zuverlässige Lösung für alle, die unter starker Schweißabsonderung leiden. Während Verfahren wie die Schweißdrüsenabsaugung und die endoskopische Sympathikusblockade (ESB) dauerhaften Erfolg sichern, schaffen andere Methoden nur temporär Abhilfe.

Für wen ist eine Anti-Schweiß-Behandlung nicht geeignet?

Jeder Patient bringt andere Voraussetzungen mit, bei der Wahl der geeigneten Therapieform  sollten daher folgende Kontraindikationen berücksichtigt werden:

Iontophorese: Von der sogenannten Schwachstromtherapie sollten vor allem Menschen mit elektronischen Implantaten wie einem Herz- oder Nervenschrittmacher, Insulinpumpen und metallhaltigen Intrauterinpessaren (Spiralen zur Verhütung) Abstand nehmen. Auch Schwangeren wird von der Behandlung abgeraten.

Hyperhidrose-Behandlung mit Botulinumtoxin (Botox): Bei Botox-Injektionen kann es zu einer Wechselwirkung mit Muskelrelaxantien kommen. Bei Myasthenia gravis, Lambert-Eaton-Syndrom und Motoneuronenerkrankungen ist diese Form der Hyperhidrose-Therapie daher kontraindiziert. Ebenso ungeeignet ist die Behandlung bei Blutungsneigung und während der Schwangerschaft sowie Stillzeit.

Schweißdrüsenabsaugung: Im Rahmen der Saugkürettage können bei Patienten mit Nieren- oder Leberfunktionsstörungen Unverträglichkeiten der Lokalanästhesielösung auftreten. Kontraindiziert ist die Behandlung außerdem bei Patienten mit Herz- und Kreislaufstörungen, Lungenleiden, Blutgerinnungsstörungen, Nierenschäden und einer Schilddrüsenüberfunktion.

Risiken

Jedes Verfahren birgt auch gewisse Risiken, daher haben wir eine kurze Übersicht über mögliche Komplikationen zusammengestellt.

Hyperhidrose-Behandlung mit Botulinumtoxin (Botox):

  • Hämatome
  • leichte vorübergehende Muskelschwäche in der behandelten Region

Schweißdrüsenabsaugung bei vermehrtem Schwitzen in der Achselregion (axilläre Hyperhidrose):

  • Blutergüsse an den behandelten Stellen
  • Wundheilungsstörungen
  • partieller Verlust der Achselbehaarung

Endoskopische Sympathikusblockade (ESB):

  • Blutungen
  • Nervenschäden während des Eingriffs können nicht ausgeschlossen werden
  • kompensatorisches Schwitzens an anderen Körperstellen möglich
  • die Operation im Lendenbereich kann zu sexueller Dysfunktion führen und Harnverletzungen verursachen

Faktenübersicht:

  • Anästhesie: je nach Verfahren Vollnarkose oder Lokalanästhesie
  • Kosten: je nach Verfahren zwischen 300 und 1.800 Euro. (Die Kosten für die Iontophorese werden meist von den Krankenkassen übernommen.)
  • Dauer: je nach Verfahren zwischen 15 Minuten und 1 Stunde
  • Erholungszeit: je nach Verfahren 0-7 Tage
  • Ergebnis: je nach Eingriff temporär bis dauerhaft
  • Durchführung: ambulant (Iontophorese eignet sich sogar für die Heimanwendung)
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Anti-Schweiß-Behandlung

Die Kosten liegen je nach Verfahren zwischen 300 und 1.800 Euro. Bei eindeutiger medizinischer Notwendigkeit werden diese bei Iontophorese übernommen. Über die Kostenübernahme bei operativen Methoden entscheiden die Krankenkassen individuell.

Die Hyperhidrose-Behandlung mit Botulinumtoxin wird von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.


Faktenübersicht:

  • Anästhesie: je nach Verfahren Vollnarkose oder Lokalanästhesie
  • Kosten: je nach Verfahren zwischen 300 und 1.800 Euro. (Die Kosten für die Iontophorese werden meist von den Krankenkassen übernommen.)
  • Dauer: je nach Verfahren zwischen 15 Minuten und 1 Stunde
  • Erholungszeit: je nach Verfahren 0-7 Tage
  • Ergebnis: je nach Eingriff temporär bis dauerhaft
  • Durchführung: ambulant (Iontophorese eignet sich sogar für die Heimanwendung)
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Nachsorge

Sowohl nach der Iontophorese als auch nach der Botox-Behandlung sind die Patienten sofort wieder belastbar und somit arbeitstauglich. Die Kontrolle des Behandlungserfolgs sollte idealerweise in regelmäßigen Abständen erfolgen.

Nach der Schweißdrüsenabsaugung ist eine sieben- bis zehntätige lokale Kompression angezeigt. Die Arbeit kann in der Regel am darauffolgenden Tag, spätestens jedoch zwei Tage nach dem Eingriff, aufgenommen werden.

Die operativen Methoden können eine dreitätige Antibiotika-Einnahme notwendig machen.


Faktenübersicht:

  • Anästhesie: je nach Verfahren Vollnarkose oder Lokalanästhesie
  • Kosten: je nach Verfahren zwischen 300 und 1.800 Euro. (Die Kosten für die Iontophorese werden meist von den Krankenkassen übernommen.)
  • Dauer: je nach Verfahren zwischen 15 Minuten und 1 Stunde
  • Erholungszeit: je nach Verfahren 0-7 Tage
  • Ergebnis: je nach Eingriff temporär bis dauerhaft
  • Durchführung: ambulant (Iontophorese eignet sich sogar für die Heimanwendung)
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