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Behandlungen bei Frauen

Dysgnathie

Was bedeutet Dysgnathie?

Als Dysgnathie wird eine ausgeprägte Kieferfehlstellung bezeichnet, die nicht nur ein ästhetisches Problem darstellt, sondern auch körperliche Beschwerden verursachen kann. Hierzu gehören Kiefergelenks-, Kopf- und Rückenschmerzen sowie eine behinderte Nasenatmung.

Schuld an der Überlastung des Zahnhalteapparates ist ein zu weit vor- oder zurückstehender Ober- oder Unterkiefer. Passen die Zahnreihen nicht exakt aufeinander, kommt es in vielen Fällen zu einem unzureichenden Lippenschluss. Als Folge können Verspannungen der Gesichtsmuskulatur mit schmerzenden, knackenden Kiefergelenken auftreten.

Zudem erschwert die Kieferfehlstellung oft das gründliche Kauen von Essen, weshalb die Nahrung für den Verdauungstrakt nicht entsprechend vorbereitet werden kann. Problematisch kann auch die übermäßige Belastung einzelner Zähne sein, weshalb unbehandelte Dysgnathie in einigen Fällen zu Zahnverlust führt.

Bei ausgeprägtem Befund reicht eine kieferorthopädische Behandlung nicht aus. In diesem Fall macht die Therapie einen zusätzlichen operativen Eingriff notwendig.

Ablauf der Behandlung

Zunächst erfolgt eine ausführliche Beratung durch einen Kieferorthopäden oder -chirurgen. Schon jetzt lassen sich erste Rückschlüsse auf die Erfolgsaussichten ziehen. Zu diesem Zeitpunkt empfiehlt es sich, einen Antrag auf Kostenübernahme bei der zuständigen Krankenkasse zu stellen. Sind die Weisheitszähne noch nicht entfernt worden, ist es ratsam, die Extraktion noch vor der Behandlung durchzuführen.

Dreidimensionale bildgebende Verfahren ermöglichen eine genaue Planung der bevorstehenden Operation. Dieser wiederum geht eine kieferorthopädische Behandlung mit einer festsitzenden Zahnspange voran, die auf die Ausformung und Harmonisierung der Zahnbögen abzielt. In der Regel dauert diese zwischen sechs und achtzehn Monaten.

Hinweis: In dieser Zeit kann die Gesichtsästhetik erheblich beeinträchtigt sein, da die Kiefer in ihre künftige Position gebracht werden müssen.

Nach der vorbereitenden Therapie folgt der chirurgische Eingriff. Durchgeführt wird dieser stets in Vollnarkose und sieht eine stationäre Nachsorge über einen Zeitrahmen von sieben Tagen vor. Arbeitsunfähig sind die Patienten sogar ganze drei Wochen. In dieser Zeit werden die Kiefer ruhig gestellt, weshalb ausschließlich weiche Kost auf dem Speiseplan stehen sollte. Sportliche Aktivitäten sind in dieser Phase untersagt.

Nach drei bis vier Wochen wird die Zahnstellung erneut kontrolliert und nachjustiert. Auch hier ist Geduld gefragt. Die anschließende kieferorthopädische Behandlung nimmt weitere drei bis sechs Monate in Anspruch.

Die fixierenden Metallplatten werden nach Ablauf von sechs Monaten  entfernt. Auch hierzu ist ein chirurgischer Eingriff in Vollnarkose notwendig. Der stationäre Aufenthalt beschränkt sich dieses Mal jedoch lediglich auf drei bis fünf Tage. Ihre Arbeit können die Patienten in der Regel erst nach zwei weiteren Wochen wieder aufnehmen.

Überbiss

Steht der Oberkiefer vor (Angle-Klasse II), spricht der Kieferorthopäde oder -chirurg von einem Überbiss. Hierbei wird zwischen zwei verschiedenen Formen unterschieden. Bei der maxillären Prognathie ist der Oberkiefer im Verhältnis zum Unterkiefer zu groß. Ist der Unterkiefer jedoch zu klein, deutet dies auf eine mandibuläre Retrognathie hin. In beiden Fällen liegt ein großer Abstand (>2 mm) zwischen den oberen Schneidezähnen vor, die wiederum entweder nach außen gekippt oder nach innen verschoben sein können. Der Überbiss geht meist mit einem „fliehenden Kinn“ oder „Hasenzähnen“ einher, wodurch das Gesichtsprofil negativ beeinflusst wird.

Neben erschwertem Abbeißen mit den Schneidezähnen, kann es ebenso zu mangelndem Mundschluss kommen, der kariesverursachenden Bakterien Vorschub leisten kann. Der Grund: Durch den leicht geöffneten Mund können nicht mehr alle Zähne von der reinigenden Wirkung des Speichels profitieren. Möglich sind auch häufige Erkrankungen der oberen Atemwege, die aus der permanenten Mundatmung resultieren.

Der Überbiss liegt oft in den Genen. Zu der Verschiebung des Oberkiefers kann es jedoch ebenso in den ersten Lebensjahren kommen. Verantwortlich dafür ist das bekannte „Daumenlutschen“. Kann dieses Verhalten noch innerhalb der Wachstumsphase des Kiefers abgewöhnt werden, stehen die Chancen gut, dass die Kieferlage sich auf natürlichem Wege normalisiert. Geschieht dies nicht, kann je nach Ausprägung eine kieferorthopädische Behandlung helfen.

Bei starken Fehlstellungen kommt eine kombinierte kieferorthopädisch-kieferchirurgische Therapie zum Einsatz. Während des operativen Eingriffs trennt der Kieferchirurg den Unterkieferknochen auf und bringt ihn in die richtige Position. Anschließend fixiert er die Kieferteile mit Mini-Platten und Schrauben. Zur Ruhigstellung des Kauapparates werden die beiden Kiefer durch Gummizüge aneinander fixiert.

Etwa drei Wochen nach der Operation erfolgt eine sechs- bis achtzehnmonatige kieferorthopädische Behandlung.

Unterbiss (Vorbiss/ Mesialbiss)

Ist der Unterkiefer im Verhältnis zum Oberkiefer zu lang (Angle-Klasse III), handelt es sich um einen Unterbiss. Diese besondere Kieferlage deutet auf eine mandibuläre Prognathie hin. Ein zu kleiner Oberkiefer hingegen findet sich bei maxillärer Retrognathie wieder. In beiden Fällen stehen die unteren Schneidezähne etwa 4 mm vor ihrem oberen Gegenpart.

Auch hier kann es zu erheblichen Schwierigkeiten beim Abbeißen und Kauen kommen. Wie beim Überbiss kann auch diese Fehlstellung von Kiefergelenkschmerzen begleitet sein und zur vorzeitigen Kieferabnutzung führen. Je nach Ausprägung beeinträchtigt der Unterbiss ebenso die Gesichtsästhetik.

Wird eine kieferorthopädische Therapie bereits im Kindesalter eingeleitet, sind die Erfolgsaussichten auf eine dauerhafte Behebung der Kieferfehlstellung gut. Erwachsene mit einem ausgeprägten Unterbiss kommen jedoch um eine Operation nicht herum.

Auch hier wird der betroffene Kiefer durch einen Schnitt geteilt und in die korrekte Position gebracht. Anschließend werden die Knochen mit Titanplatten und -schrauben befestigt. Wie beim Überbiss erfolgt auch dieser Eingriff durch die Mundhöhle. Die Ruhigstellung der Kiefer wird durch eine Gummizug-Fixierung erreicht. In dieser Zeit sind harte Speisen selbstverständlich tabu. Verzichtet werden muss auch auf Sport.

Nach drei bis vier Wochen beginnt die kieferorthopädische Nachbehandlung, die bis zu anderthalb Jahren dauern kann.

Zahnfleischlächeln (Gummy Smile)

Offenbart ein Lächeln zu viel Zahnfleisch, wird dieses folgerichtig als Zahnfleischlächeln (Gummy Smile) bezeichnet. Diese Erscheinung löst zwar keine körperlichen Beschwerden aus, wird jedoch oft als kosmetisch störend empfunden. Die Ursachen sind vielfältig: Eine zu kurze Oberlippe kann hierfür genauso verantwortlich sein wie zu kurze Schneidezähne oder ein Überschuss an Zahnfleisch. Dazu führen können auch Verwachsungen der Oberlippe mit dem Zahnfleisch.

Eine Verbesserung des Erscheinungsbildes lässt sich mit einer Zahnfleischkorrektur (Gingivoplastik) erreichen. Hierbei wird der Oberkieferknochen operativ verlagert, indem ein Knochenstück aus dem Oberkiefer entfernt und in der neuen Position fixiert wird.

Eine weitere Möglichkeit bietet die Entfernung von überflüssigem Zahnfleisch (Gingivectomie) mittels Skalpell, Laser oder Hochfrequenz-Chirurgieapparatur. Der Eingriff erfolgt meist unter örtlicher Betäubung.


Faktenübersicht:

  • Anästhesie: Vollnarkose
  • Kosten: bis zum 18.Lebensjahr werden die Behandlungskosten von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, danach belaufen sich die regulären Kosten auf 5.000 bis 12.000 Euro.
  • Dauer: 3 bis 4 Stunden
  • Erholungszeit: zwischen 2 und 3 Wochen
  • Ergebnis: dauerhaft
  • Durchführung: die gesamte Therapie kann zwischen 2 und 3 Jahren in Anspruch nehmen
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Dysgnathie

Für wen ist eine Dysgnathie-Therapie geeignet?

Eine Therapie empfiehlt sich bei ausgeprägten Kieferfehlstellungen, die sowohl ein ästhetisches als ein funktionelles Problem darstellen. Ein chirurgischer Eingriff sollte nur dann durchgeführt werden, wenn reguläre kieferorthopädische Maßnahmen nicht greifen.

Eine umfassende Dysgnathie-Therapie ist vor allem bei folgenden Symptomen zu rechtfertigen:

  • Kiefergelenkbeschwerden
  • ästhetische Beeinträchtigungen
  • funktionelle Beschwerden wie Kopf-, Schulter- und Nackenverspannungen
  • Sprechstörungen
  • erhöhte Infektanfälligkeit durch Mundatmung

Im Vorfeld sollte stets eine umfassende Funktionsanalyse und -Diagnostik erfolgen.

Für wen ist eine Dysgnathie-Therapie nicht geeignet?

Eine Behandlung vor dem Wachstumsabschluss (vor Vollendung des 16. Lebensjahres) ist mit wenigen Ausnahmen kontraindiziert.

 


Faktenübersicht:

  • Anästhesie: Vollnarkose
  • Kosten: bis zum 18.Lebensjahr werden die Behandlungskosten von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, danach belaufen sich die regulären Kosten auf 5.000 bis 12.000 Euro.
  • Dauer: 3 bis 4 Stunden
  • Erholungszeit: zwischen 2 und 3 Wochen
  • Ergebnis: dauerhaft
  • Durchführung: die gesamte Therapie kann zwischen 2 und 3 Jahren in Anspruch nehmen
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Dysgnathie

Die Kosten liegen zwischen 5.000 und 12.000 Euro.


Faktenübersicht:

  • Anästhesie: Vollnarkose
  • Kosten: bis zum 18.Lebensjahr werden die Behandlungskosten von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, danach belaufen sich die regulären Kosten auf 5.000 bis 12.000 Euro.
  • Dauer: 3 bis 4 Stunden
  • Erholungszeit: zwischen 2 und 3 Wochen
  • Ergebnis: dauerhaft
  • Durchführung: die gesamte Therapie kann zwischen 2 und 3 Jahren in Anspruch nehmen
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Dysgnathie

Nachsorge

Für ein dauerhaftes Ergebnis nach der Dysgnathie-Behandlung ist es ratsam, auch nach der Entfernung der festen Zahnspange spezielle Zahn-Stabilisatoren (Retainer) zu tragen. Der Grund: Nach der Korrektur der Zahnfehlstellung versuchen die Zähne, in ihre alte Position zurückzukehren.

Abhilfe schaffen entweder festsitzende Retainer (Kleberetainer), die an der Zungen- oder Gaumenseite fixiert werden oder herausnehmbare Zahn-Stabilisatoren. Welches Verfahren für Dich am besten geeignet ist, verrät Dir dein behandelnder Kieferorthopäde oder -chirurg.

Tipps

Wie jeder chirurgische Eingriff ist auch die Dysgnathie-Behandlung mit einigen Risiken verbunden. Möglich sind unter anderem Nachblutungen, die zuverlässig mit Tamponaden versorgt werden können. Die Kieferumstellung kann die ursprünglichen Gelenkbeschwerden zunächst verstärken. Nach einer gewissen Gewöhnungszeit klingen diese jedoch ab.

Ein nicht zu unterschätzendes Risiko stellen Nervenschädigungen dar, die dank moderner Verfahren jedoch immer seltener auftreten. Wird ein Nerv verletzt oder durch die Knochenverschiebung des Unterkiefers überdehnt, kann sich eine vorübergehende Gefühlsminderung der Unterlippe einstellen. In der Regel regeneriert sich die Nervenfunktion nach etwa zwei bis drei Monaten. Geschieht dies nicht, kann in seltenen Fällen ein dauerhaftes Taubheitsgefühl in der Kinnregion bestehen bleiben. Die Beweglichkeit der Unterlippe ist hierdurch jedoch nicht gefährdet.


Faktenübersicht:

  • Anästhesie: Vollnarkose
  • Kosten: bis zum 18.Lebensjahr werden die Behandlungskosten von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, danach belaufen sich die regulären Kosten auf 5.000 bis 12.000 Euro.
  • Dauer: 3 bis 4 Stunden
  • Erholungszeit: zwischen 2 und 3 Wochen
  • Ergebnis: dauerhaft
  • Durchführung: die gesamte Therapie kann zwischen 2 und 3 Jahren in Anspruch nehmen
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