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Botox − Vom Gift zum Beauty-Booster Medizin

Botox − Vom Gift zum Beauty-Booster

Beim Shopping oder in der Mittagszeit schnell mal einige Falten wegspritzen lassen? Für viele gehören Botoxbehandlungen mittlerweile zur Beauty-Routine. Das einst noch gefürchtete Nervengift hat im Laufe der Zeit nicht nur gesellschaftliche Akzeptanz erlangt, sondern ist für eine Vielzahl der Menschen zum Lifestyle geworden. Doch was verbirgt sich hinter dem ultimativen Faltenkiller? Wir klären auf.

Botox schreibt Medizingeschichte

Entdeckt wurde das Botulinumtoxin, kurz Botox, im frühen 19. Jahrhundert durch eine schwerwiegende Fleischvergiftung, die in der Fachsprache als Botulismus bezeichnet wird. Um 1820 beschrieb der deutsche Arzt Justinus Kerner die entspannende Wirkung des von ihm als „Fettgift“ bezeichneten Wirkstoffes auf die Nervenleitungen und schlug es deshalb in niedriger Dosierung als Medikament für diverse neurologische Erkrankungen vor. Erstmalig isoliert wurde das Bakterium 1895-1897 von dem belgischen Bakteriologen Emile van Ermengem. In seiner Studie untersuchte er einen Schinken, dessen Verzehr drei Menschen das Leben kostete. Dem dafür verantwortlichen Bakterium gab der Wissenschaftler die Bezeichnung „Bacillus botulinus“. Noch im selben Jahr gelang es einem anderen deutschen Mediziner, Walter Kemper, das erste Antiserum gegen Botulinustoxin A herzustellen.

Das Interesse für das heilende Gift riss auch weiterhin nicht ab, so dass 1970 der Wissenschaft bereits acht unterschiedliche Toxintypen (A, B, C1, C2, D, E, F und G) zur Verfügung standen. In der Medizin fanden einige davon unter anderem Verwendung bei der Therapie von Strabismus (Schielen) sowie der Behandlung von Lähmungen bestimmter Gesichts- und Körperpartien.

Der Spitzenreiter unter den kosmetischen Anwendungen

In die Kosmetikbranche fand Botox erst vor etwa 20 Jahren Eingang. 1992 veröffentlichte das kanadische Ärzteehepaar Jean und Alastair Carruthers eine Studie zu seiner faltenmindernden Wirkung und ebnete somit den Weg in eine neue Ära der ästhetischen Medizin. 2014 schafften Botox-Behandlungen es sogar in die Top 3 der meistgefragten Schönheitsoperationen in Deutschland. In den USA stieg die Nachfrage in den vergangenen fünf Jahren sogar um rund 24 Prozent an, wie die kürzlich veröffentlichte Statistik der ASPS (American Society of Plastic Surgeons) belegt. Beliebt sind die minimal-invasiven (nicht operativen) Eingriffe wie Botox vor allem, weil sie ganz „nebenbei“ durchgeführt werden können und sofort für einen sichtbaren Erfolg sorgen.

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